Bewegung bei Demenz und der Alzheimererkrankung

Bewegung ist ein wichtiger Therapiebestandteil bei Demenzerkrankungen. Die Bewegungstherapie kann hierbei verschiedene Elemente wie Balanceübungen, Koordinationstraining, Vibrationstraining, Feinmotoriktraining und sensomotorisches Training umfassen. Sensomotorisch bedeutet, dass die Steuerung und Kontrolle von Bewegungen im Zusammenspiel mit Sinnesrückmeldungen gefordert und so auch gefördert wird. Durch die verschiedenen Formen der Bewegungstherapie soll das Zusam­menspiel von Nerven, Muskeln und Gelenken verbessert werden. Eine solche Therapie kann als Anregung genutzt werden, dient aber auch der Vorbeugung beispielsweise der Sturzgefahr im fortgeschrittenen Alter.

Durch die körperliche Bewegung wird der Körper vielseitig gestärkt. Bei bestehendem Übergewicht wird damit beispielsweise das Körpergewicht leichter im Normalbereich gehalten. Dies geht mit einer besseren Lebensqualität und weniger chronischer Erschöpfung einher. Aber auch bei Gewichtsverlust ist Bewegung wichtig: nur wenn die Muskeln genutzt werden, bemüht der Körper sich, die Muskelmasse aufzubauen. Zum Aufbau von Muskelkraft in Beinen und Rücken werden Ausdauersportarten wie Radfahren, Wandern und zügiges Gehen empfohlen. Dabei kann man auch gut auf die Atmung achten. Gezieltes Training tut nämlich auch der Lunge gut: fitte Atemmuskulatur und Lungenfunktion und eine gute Belüftung der Lunge beugen beispielsweise einer Lungenentzündung vor. Studien zeigen darüber hinaus, dass regelmäßige körperliche Aktivität das Risiko für Krankheiten von Herz und Gefäßen mindern könnte.

Ein weiteres häufiges Symptom bei Demenzerkrankungen sind depressive Symptome. In einer umfassenden Übersichtsstudie fand die renommierte Cochrane Collaboration (2013), bekräftigt auch durch neuere Analysen (Schuch et al. 2016 im Journal of Psychiatric Research erschienen), dass Bewegung bei Depressionen wirksamer ist als keine Behandlung. Ein gezieltes Bewegungsprogramm kann also ergänzend zu medikamentöser Therapie helfen, die Symptome zu lindern. Zusätzlich verbessert sich oft auch der Schlaf mit regelmäßiger Bewegung und Ausdauersport.

Mehr Bewegung in den Alltag bringen

Welche Sportart gewählt wird, ist individuell. Vielen Menschen tut Schwimmen sehr gut: besonders in warmem Wasser bewegt es sich leichter und entspannter. Aber auch beim Tanzen können Musik, Bewegung und der soziale Kontakt mit Tanzpartnern zu einer Wohltat für Körper und Sinne werden. Auch meditative Sportarten wie Tai Chi können gerade für Menschen in fortgeschrittenem Alter zu Beweglichkeit und Entspannung beitragen.

In den „Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung“ werden Bewegungsempfehlungen für erwachsene Personen in Deutschland gemacht. In diesen Empfehlungen wird dazu geraten, regelmäßig sportlich aktiv zu sein. Dazu sollten mindestens 150 Minuten pro Woche mit Ausdauersport in moderater Intensität verbracht werden. In den nationalen Empfehlungen wird weiterhin darauf aufmerksam gemacht, dass lange, ununterbrochene Sitzphasen zu vermeiden sind und Zeiten, in denen man viel sitzt, regelmäßig durch körperliche Aktivität unterbrochen werden sollten. Wie viel man sich bewegt, kann gut mit Schrittzählern und entsprechenden Apps beobachtet werden.

Speziell für ältere Menschen bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) Bewegungsanregungen an, die zu mehr Bewegung im Alltag anregen sollen (beispielsweise das ‚AlltagsTrainingsProgramm‚). Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) bietet zudem eine Broschüre mit Übungsanleitungen zur Sturzprophylaxe an.

Kleiner Tipp: Patienten haben Anrecht auf Rehasport. Passende Sportprogramme können also von den Krankenkassen finanziert werden.