Ernährung bei Demenz und der Alzheimererkrankung

Welche Ernährungsaspekte sind bei einer Demenzerkrankung wichtig? Grundlegend stehen nicht bestimmte Nährstoffe, sondern eine ausgewogene Ernährung im Fokus. Demenzerkrankte haben allerdings typischerweise zwei wesentliche Tendenzen: Mangel an Nährstoffen (meistens bedingt durch Appetitverlust) und Mangel an Flüssigkeit (bedingt durch Vergessen des Trinkens).

Neuere Studien zeigen aber auch einen Zusammenhang zwischen entzündungsfördernder Nahrung und depressiven Symptomen, die auch im Alter oft auftreten. Eine höherwertige Ernährung kann zudem das Risiko für das Auftreten oder auch den Schweregrad depressiver Symptome verringern. Gute Ernährung dient also auch der Vorbeugung von Begleiterkrankungen der Demenz wie beispielsweise Depressionen.

Was eine gute Ernährung ausmacht, erläutern die 10 Regeln und der Ernährungskreis der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Als gesund gilt ein Ernährungsmuster mit viel Gemüse, Obst, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten. Nahrungsmittel wie Fleisch und Fleischprodukte, die überwiegend gesättigte Fettsäuren enthalten, sollten dagegen sparsam verzehrt werden. Alkohol – wenn überhaupt – soll dagegen nur in sehr geringen Mengen getrunken werden. Ein Beispiel für eine ausgewogene Diät ist die Mittelmeerkost, die durch viel Obst und Gemüse, Nüsse, Pflanzenöle und Fisch gekennzeichnet ist.

Wichtig: Ausgewogene Ernährung, genügend Nährstoffe und Flüssigkeit

Um den Überblick über die Ernährungssituation bei einer Demenzerkrankung zu behalten, kann ein Ernährungstagebuch nützlich sein, das entweder als App im Smartphone immer dabei sein kann oder traditionell mit Stift und Papier geführt werden kann. Damit kann überprüft werden, ob ausreichend und vielseitig gegessen und getrunken wird. Nahrungsmittel mit hohem Flüssigkeitsgehalt (z. B. eine mittägliche Vorsuppe oder ein Trinkjoghurt als Snack) und regelmäßige Trinkerinnerungen können dem Wassermangel entgegenwirken. Reichhaltiger zubereitete Getränke können auch bei Mangelernährung wesentlich helfen.

Bei fortgeschrittener Demenz können Betroffene sehr unruhig sein und kaum stillsitzen können. In dem Fall bieten sich Speisen an, die man quasi im Vorbeigehen zu sich nehmen kann – sogenanntes Fingerfood, kleine Obstportionen oder Häppchen, die zum Essen anregen, aber kein langes Sitzen und Konzentrieren erfordern. Auch Essbesteck wird auf diese Weise nicht weiter benötigt. Solche leicht erreichbaren Angebote, altbekannte ‚Klassiker‘ oder aus der Kindheit erinnerte Essenrituale wirken oft auch dem Appetitmangel entgegen.

Bei ausgeprägter Mundtrockenheit können pürierte Speisen oder flüssige Beigaben helfen. Bei Schluckstörungen sollten dagegen Getränke eher etwas angedickt werden. Oft ändert sich auch der Geschmackssinn mit der Erkrankung. Intensiver gewürztes, oft sogar gesüßtes (aber nicht mehr gesalzenes) Essen und ansprechende Optik können dann unterstützen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung bietet weiteres, unterstützendes Lesematerial mit hilfreichen Tipps und Ratschlägen an.

Risiko Schluckstörungen und Appetitmangel: Rituale und weiche Nahrung können helfen

Wichtig ist bei einer Demenzerkrankung Regelmäßigkeit und ein gutes Maß an bekannten Ritualen. Das Brotbrettchen mit gebuttertem Schwarzbrot zum Frühstück, Kaffee und Kuchen (der eine gut getarnte Obstmahlzeit sein kann) am Nachmittag, oder der aus der Kindheit erinnerte gerieben Apfel am Abend können wesentlich dazu beitragen, dass keine Mahlzeit ausgelassen, ausreichend und vielseitig gegessen wird. Gleichzeitig definieren die Essroutinen den Tagesablauf. Damit kann nebenbei auch der gesunde Schlaf gefördert und so Wohlbefinden und Alltag rundum verbessert werden.